Vier ATM Piloten auf Punktejagd


18.07.2010: Mit großem Aufgebot war an diesem Wochenende ATM Racing zu den Rennen der ADAC Procar in Assen am Start. Steffi Neitzel aus Marl griff zur Verstärkung der Speed Ladies selbst ins Lenkrad eines Ford Fiesta ST.

Steffi Neitzel, Ford Fiesta ST: Nach zwei Rennfreien Jahren mit Babypause freute sich Stephanie Neitzel auf den Seiteneinstieg in die hart umkämpfte Division 2 der Meisterschaft mit Fahrzeugen bis 1600 ccm. Als Geburtstagsgeschenk ihres Gatten, Teamchef Martin Mainzer, bezeichnete Sie ihren Einsatz auf dem Fiesta augenzwinkernd und schlug sich schon im Zeittraining achtbar. Sie platzierte sich auf Rang fünf und nur eine 10tel Sekunde hinter ihrer Teamkollegin Ulrike Krafft, so dass beide ATM Speed Ladies vor den Herren des Teams in die Startaufstellung fuhren.

Am Start zum ersten Rennen am Sonntagmittag fiel die Rennlady jedoch einige Positionen zurück, ließ sich dann aber vom schnellen Zug der Routiniers nicht abhängen. Auf Rang sieben überquerte sie den Zielstrich. Auch im zweiten Lauf behauptete sie sich und kam glücklich als sechste ins Ziel: "Sicherlich hat mir am Anfang etwas die Praxis gefehlt, aber die Rundenzeiten, die ich in den Rennen gefahren habe, waren absolut konkurrenzfähig. Die Teamarbeit, gerade unter uns Fahrern, war super. Es hat großen Spaß gemacht und ich hoffe, dass wir das noch einmal wiederholen können."

Alexander Prinz, Ford Fiesta ST Gas: Alexander Prinz war an diesem Wochenende wieder erfolgreichster ATM-Pilot. Zwar hatte er seinen mit Gas angetriebenen Ford Fiesta ST auf dem sechsten Startrang platziert, doch in den Rennen war der 26-jährige wieder in der Spitzengruppe zu finden.

Schon mit einem perfekten Start hatte er drei Positionen gut machen können und fuhr bis auf Rang zwei vor. Gegen Rennmitte kämpfte er, wie viele andere auch, mit abbauenden Reifen, rettete aber noch einen vierten Rang, hinter Ralf Glatzel, Benedikt Boeckels und Guido Thierfelder, ins Ziel. Auch der zweite Wertungslauf war durch spannende Zweikämpfe geprägt. Am Ende reichte es für einen fünften Rang für den GAS-Mann. "Das Feld in der Division ist extrem stark. Alexander hat um jeden Meter gekämpft. Wir sind mit seiner Leistung auf jeden Fall sehr zufrieden", berichtete Martin Mainzer am Sonntagnachmittag.

Ulrike Krafft, Ford Fiesta 1.6 16V: Bei Ulrike Krafft lief es an diesem Wochenende nicht immer so, wie die ehrgeizige Rennpilotin sich das gewünscht hätte. Noch im Zeittraining stellte die gebürtige Hamburgerin ihren Ford Fiesta 1.6 16V an die vierte Startposition der Division 2 und war damit Bestplatzierte der vier ATM Piloten.

Das erste Rennen begann sie gewohnt schnell, war nach dem Start bis auf Rang drei vor gefahren, fiel dann aber im Getümmel der ersten Runde an die siebte Position zurück. Die in Lauffen am Neckar lebende Diplom-Ingenieurin blieb bis zu einem Verbremser in Schlagdistanz. Als Achte sah sie die karierte Flagge und ärgerte sich ein wenig über den Fehler: "Die Reifen haben extrem abgebaut, so dass mir dieser Kickser passiert ist. Steffi konnte vorbei fahren. Gegen meine Teamkollegin wollte ich dann nicht mit der Brechstange fahren."

Aber es sollte schlimmer kommen für die Speed Lady. Nach einem Rennabbruch am Start zum zweiten Wertungslauf startete der Rennmotor nur noch mit gedrosselter Leistung. Ulrike Krafft steuerte die Box an und musste mit technischem Defekt aufgeben. "Es tut mir sehr leid für Ulrike. Sie ist wirklich stark gefahren an diesem Wochenende", berichtete Stephanie Neitzel, "wir werden schauen, was beschädigt ist, aber vorsichtshalber werden wir den Motor für das nächste Rennen tauschen."

Klaus Bingler, Ford Fiesta ST: Auch mit Klaus Bingler ist das ganze Team hoch zufrieden. Für den Newcomer war die Strecke absolutes Neuland. Seine Rückstände auf die erfahrenen Piloten schrumpften jedoch von Training zu Training. Am Ende des Zeittrainings hatte er seinen Ford Fiesta ST auf dem siebten Startrang, direkt neben dem Teamkollegen Alexander Prinz, positioniert.

In den Wertungsläufen sammelte der Buchener weitere Rennerfahrungen, steigerte seine Rundenzeiten und behauptete sich vor Citroën-Pilotin Saskia Müller. Auf Rang neun überquerte er nach Rennen eins die Ziellinie. Im zweiten Rennen des Tages fuhr Klaus Bingler als siebter ins Ziel. "Klaus hat alles richtig gemacht. Er hat viel gelernt, das Auto heil gelassen und ist sicher ins Ziel gekommen. Für ihn zählt jeder Meter, den er fahren kann, um Routine zu erlangen", so Martin Mainzer zu seinem Schützling.

Die nächste Jagd auf Meisterschaftspunkte der ADAC Procar findet schon am kommenden Wochenende, dem 24. und 25. Juli, auf dem Salzburgring statt. (pw)

Rennergebnis 1:
1. Guido Thierfelder
2. Ralf Glatzel
3. Benedikt Boeckels
4. Alexander Prinz
...
7. Steffi Neitzel
8. Ulrike Krafft
9. Klaus Bingler
...

Rennergebnis 2:
1. Ralf Glatzel
2. Benedikt Boeckels
3. Guido Thierfelder
4. Nils Mierschke
5. Alexander Prinz
6. Steffi Neitzel
7. Klaus Bingler
-- Ulrike Krafft

Tabelle:
1. Ralf Glatzel 58
2. Guido Thierfelder 58
3. Benedikt Boeckels 42
4. Bente-Christopher Scharf 35
5. Ulrike Krafft 31
6. Klaus Bingler 22
...
8. Alexander Prinz 14
11. Steffi Neitzel 5